Info Nr. 1

 

Dokumentation des – noch weitgehend unbekannten - Zusammenwirkens des Architekten Egon Eiermann mit dem Dorfpfarrer Heinrich Magnani zur Schaffung einer Wohnsiedlung in Hettingen



Der gemeinnütziger Verein „Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte e.V.“ mit Sitz in Hettingen arbeitet mit Unterstützung staatlicher und privater Stellen auf, was
in der unendlich schwierigen Nachkriegszeit im badischen Odenwald- Baulandgebiet sozial und wohnungsbaupolitisch geleistet worden ist:

  • Die Integration von Heimatvertriebenen, die als Fremde zugewiesen wurden und eine neue Heimat brauchten.
  • Die Gründung der kirchlichen Baugenossenschaft „Neue Heimat“ durch Pfarrer Heinrich Magnani mittels unkonventioneller Methoden.
  • Die Planung einer städtebaulichen Siedlung und von 30 Ein-Familien-Reihenhäusern durch Egon Eiermann in moderner Architektur und dennoch mit einfachen Mitteln.
  • Die Mobilisierung eines ganzen Dorfes zur Unterstützung des großartigen Vorhabens.

 

Der Verein wurde 2008 in Hettingen von einer Gruppe bau- und sozialgeschichtlich interessierter Leute aus dem Raum Buchen und aus der Egon-Eiermann-Gesellschaft (Karlsruhe) gegründet. Initiator und heutiger Vorsitzender ist Manfred Pfaus.

 

Das gemeinsame Wirken der beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten, Egon Eiermann und Heinrich Magnani, wurde bisher nur bruchstückhaft in seiner Bedeutung für die Nachwelt erkannt. - Dies sind ihre wesentlichen Lebensdaten:

  • Heinrich Magnani wurde 1899 als Sohn einer italienischen Bauunternehmerfamilie in Ettlingen geboren. Seine priesterliche Laufbahn hatte ihn zuletzt von Mannheim 1935 nach Hettingen geführt. Er starb 1979 und wurde am Ort seines zweiten großen Wirkens, im Kinder- und Jugenddorf Klinge, Seckach, beigesetzt.
  • Egon Eiermann 1904 als Sohn eines aus Buchen stammenden Landtechnikers in Neuendorf bei Berlin geboren, war bis 1945 Architekt in Berlin. Er wirkte mit Unterstützung seines Großvaters 2 Jahre in Buchen und Mosbach. 1947 bis zu seinem frühen Tod 1970 war er Professor für
    Architektur an der TH Karlsruhe und schuf weltweit anerkannte Bauwerke. Er ist in Buchen beerdigt.

 

Der Verein hat für die beschriebene Dokumentation mit privater Unterstützung ein - weitgehend im Originalzustand erhaltenes – Haus in der Siedlung, Adolf-Kolping-Straße 29 Haus Huther/Fleck), erworben und nennt es „Eiermann-Magnani-Haus“. Dort will er das glückhafte Zusammentreffen des Architekten Egon Eiermann und des Dorfpfarrers Heinrich Magnani mit wissenschaftlicher Akribie und mit staatlicher und privater Förderung dokumentieren.

 

Dabei sollen auch die zahlreichen Abhandlungen über diese beiden historischen Persönlichkeiten zusammengeführt werden, die von unterschiedlichsten Stellen erarbeitet worden sind.

 

Er will seine Arbeit durch Symposien begleiten, die im gegenüberliegenden Lindensaal stattfinden können.