Info Nr. 1

 

Dokumentation des – noch weitgehend unbekannten - Zusammenwirkens des Architekten Egon Eiermann mit dem Dorfpfarrer Heinrich Magnani zur Schaffung einer Wohnsiedlung in Hettingen



Der gemeinnütziger Verein „Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte e.V.“ mit Sitz in Hettingen arbeitet mit Unterstützung staatlicher und privater Stellen auf, was
in der unendlich schwierigen Nachkriegszeit im badischen Odenwald- Baulandgebiet sozial und wohnungsbaupolitisch geleistet worden ist:

  • Die Integration von Heimatvertriebenen, die als Fremde zugewiesen wurden und eine neue Heimat brauchten.
  • Die Gründung der kirchlichen Baugenossenschaft „Neue Heimat“ durch Pfarrer Heinrich Magnani mittels unkonventioneller Methoden.
  • Die Planung einer städtebaulichen Siedlung und von 30 Ein-Familien-Reihenhäusern durch Egon Eiermann in moderner Architektur und dennoch mit einfachen Mitteln.
  • Die Mobilisierung eines ganzen Dorfes zur Unterstützung des großartigen Vorhabens.

 

Der Verein wurde 2008 in Hettingen von einer Gruppe bau- und sozialgeschichtlich interessierter Leute aus dem Raum Buchen und aus der Egon-Eiermann-Gesellschaft (Karlsruhe) gegründet. Initiator und heutiger Vorsitzender ist Manfred Pfaus.

 

Das gemeinsame Wirken der beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten, Egon Eiermann und Heinrich Magnani, wurde bisher nur bruchstückhaft in seiner Bedeutung für die Nachwelt erkannt. - Dies sind ihre wesentlichen Lebensdaten:

  • Heinrich Magnani wurde 1899 als Sohn einer italienischen Bauunternehmerfamilie in Ettlingen geboren. Seine priesterliche Laufbahn hatte ihn zuletzt von Mannheim 1935 nach Hettingen geführt. Er starb 1979 und wurde am Ort seines zweiten großen Wirkens, im Kinder- und Jugenddorf Klinge, Seckach, beigesetzt.
  • Egon Eiermann 1904 als Sohn eines aus Buchen stammenden Landtechnikers in Neuendorf bei Berlin geboren, war bis 1945 Architekt in Berlin. Er wirkte mit Unterstützung seines Großvaters 2 Jahre in Buchen und Mosbach. 1947 bis zu seinem frühen Tod 1970 war er Professor für
    Architektur an der TH Karlsruhe und schuf weltweit anerkannte Bauwerke. Er ist in Buchen beerdigt.

 

Der Verein hat für die beschriebene Dokumentation mit privater Unterstützung ein - weitgehend im Originalzustand erhaltenes – Haus in der Siedlung, Adolf-Kolping-Straße 29 Haus Huther/Fleck), erworben und nennt es „Eiermann-Magnani-Haus“. Dort will er das glückhafte Zusammentreffen des Architekten Egon Eiermann und des Dorfpfarrers Heinrich Magnani mit wissenschaftlicher Akribie und mit staatlicher und privater Förderung dokumentieren.

 

Dabei sollen auch die zahlreichen Abhandlungen über diese beiden historischen Persönlichkeiten zusammengeführt werden, die von unterschiedlichsten Stellen erarbeitet worden sind.

 

Er will seine Arbeit durch Symposien begleiten, die im gegenüberliegenden Lindensaal stattfinden können.

 

 

 

Info Nr. 2

 

Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte
kommt der Verwirklichung näher.

 

Die Wüstenrot Stiftung steigt ein.

 

Manfred Pfaus und der gesamte Vorstand wiedergewählt.

 

Hettingen. Der Hettinger Verein „Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte“ hat eine gute Nachricht zu vermelden: Die Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg, nimmt die Wiederherstellung des denkmalgeschützten Siedlungshauses in der Adolf-Kolping-Straße 29 in ihr Denkmalprogramm auf. Der Vorsitzende des vor vier Jahren in Hettingen gegründeten Vereins, Manfred Pfaus, konnte dies bei der Jahresmitgliederversammlung Ende Oktober 2012 mitteilen. Dort wurde dies mit großer Freude und großem Applaus aufgenommen.

 

Der Vorsitzende konnte dem eigens zur Versammlung angereisten Geschäftsführer, Philipp Kurz, den Dank für die großartige Nachricht persönlich übermitteln. Dieser war gerne nach Hettingen gekommen und bestätigte die gute Nachricht. Es handle sich dabei nicht um eine, wie immer geartete Bezuschussung des Vereinsprojekts, sondern um die Übernahme aller Planungen und Aufwendungen zur Wiederherstellung des Anwesens, einschließlich Garten und Schuppen. Er stellte das Hettinger Projekt in den prominenten Reigen der Gebäude, die bereits Bestandteil des Denkmalprogramms sind. Zur Dokumentation dessen übergab er jedem Teilnehmer den Jahresbericht 2011/2012, in dem das Projekt bereits erwähnt ist. Es werde in Kürze ein Vertrag über die Zusammenarbeit von Wüstenrot Stiftung und dem Verein zu vereinbaren sein, bei dem, wie erklärt, keine Probleme im Weg stehen dürften. Am Ende werde in einem formellen Akt die Unterzeichnung vollzogen, bekanntgegeben und gefeiert.

 

Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung stellte jedes Vorstandsmitglied seinen Hintergrund für die Mitwirkung im Verein dar: Der stellv. Vorsitzende Thomas Jurgovsky, berichtete, auch als Vorstand der Familienheim-Baugenossenschaft Buchen-Tauberbischofsheim, dass sich die „Familienheim“ in der Nachfolge der seinerzeit von Pfarrer Magnani gegründeten „Neue Heimat“ sieht. Er würdigte die seitherige Arbeit als fruchtbringend und positiv im Blick auf die Notwendigkeit, die Lebenswerke von Heinrich Magnani und Egon Eiermann mit wissenschaftlicher Präzision darzustellen.

 

Architekt und Stadtplaner Wolfgang Voegele stellte, auch als Vorstand der Egon-Eiermann-Gesellschaft, den Zusammenhang und die Zusammenarbeit zwischen der Egon-Eiermann-Gesellschaft (EEG) und dem Hettinger Verein dar. Die Aufgabengebiete deckten sich, hinsichtlich des Schaffens von Egon Eiermann. Vorstand und Mitglieder der EEG stünden voll hinter dem Hettinger Projekt und fördern es. Er berichtete auch, dass es 2010/11 Vorstandssitzungen gegeben habe, die, weil keine Fortschritte erkennbar waren, fast zur Auflösung des Vereins geführt habe. 

 

Vorstandsmitglied Karl Mackert rief, auch als Vorstandsmitglied des Heimatvereins Hettingen, die Vorgeschichte des heutigen Projekts in Erinnerung, bei der Sondierungen des Heimatvereins eine große Rolle spielten,
das Siedlungshaus zu sichern. Er betonte, dass dass Projekt keine Einzelleistungen der Namensgeber unseres Projekts abbilden, sondern dass
vielmehr der Pfarrer Magnani in seiner großartigen seelsorgerischen Arbeit über
den Kontakt zum damaligen fürs Bauen im Kreis Buchen zuständigen Architekten
Eiermann und in der Mobilisierung der ganzen Dorfbevölkerung für die Heimatvertriebenen zu sehen ist.

 

Roland Linsler, auch als Ortschafts- und Stadtrat, stellte fest, dass die Ortschaftsverwaltung Hettingen voll hinter dem Projekt stehe. Dies gelte auch für die Stadt. Die Benennung der Siedlung als „Eiermann-Magnani-Siedlung“ und unseres Hauses als „Eiermann-Magnani-Haus sei gebilligt, Die Umbenennung der Kolpingstraße in Eiermannstraße habe dagegen aus verschiedenen Gründen keine Chance. Er würdigte die sächliche Unterstützung, die unser Verein erfahren habe. - Wie seine Vorredner stellte er den Einsatz und die Arbeit des Vorsitzenden als vorbildlich dar.

 

Es folgten die üblichen Regularien: der vom Schatzmeister Roland Linsler vorgetragene Bericht zur Kassen- und Vermögenslage, der Bericht der Kassenprüfer Reinhold Erg und Adolf Mackert , schließlich mit dem Dank für die geleistete Vorstandsarbeit, die Entlastung des Schatzmeisters und des gesamten Vorstands.

 

Vorstandswahl

Die danach fällige Vorstandswahl ergab keine Veränderungen. Einstimmig wurden wieder gewählt:

  • Manfred Pfaus, Vorsitzender,
  • Thomas Jurgovsky, stellv. Vorsitzender,
  • Roland Linsler, Schatzmeister,
  • Karl Mackert und
  • Wolfgang Vögele, Beisitzer,
  • sowie die beiden Kassenprüfer Reinhold Erg und Adolf Mackert.

 

Beirat 

Abschließend teilte Manfred Pfaus mit, dass der Vorstand in seiner satzungsmäßigen Zuständigkeit beschlossen habe, einen Beirat gemäß § 10 der Vereinssatzung zu berufen. In den Beirat sollen insbesondere Vertreter von Institutionen berufen werden, die kraft ihrer Zuständigkeit mit Sozial- und Baugeschichte einerseits und mit Erziehung und Bildung andererseits zu tun haben.

 

Dank

Er dankte allen Spendern und Sponsoren, die dazu beigetragen haben, dass das Siedlungshaus vom Verein erworben und der jetzige Projektstand erreicht werden konnte. Er dankte den Mitgliedern für ihr Bekenntnis zum Verein.



Info Nr. 3

 

Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte kommt der
Verwirklichung näher.

 

Die Wüstenrot Stiftung steigt ein.
Vertragsunterzeichnung am 22. März 2013
 



Darstellung des Zusammenwirkens des Architekten Egon
Eiermann
mit dem Dorfpfarrer Heinrich Magnani zur Schaffung einer Wohnsiedlung in Hettingen

 

Hettingen. Die Wüstenrot Stiftung in Ludwigsburg hat das Projekt zur Schaffung einer Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte in ihr
Denkmalprogramm aufgenommen. -
Was bei der Jahresmitglieder-versammlung des Hettinger Trägervereins „Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte“ bereits mitgeteilt werden konnte, ist nun besiegelt.

 

Am Freitag, 22. März 2013 wurde der Vertrag zwischen dem Verein und der Stiftung in Anwesenheit von Gästen im Eiermann-Magnani-Haus in froher Stimmung unterzeichnet. In dem Vertrag wird die Aufnahme ins Denkmalprogramm bestätigt und sind die Verantwortlichkeiten der Vertragspartner festgehalten.

 

Wie der Vorsitzende der Stiftung, Prof. Dr. Wulf D. von Lucius, darstellte, handelt es sich bei der Aufnahme der geplanten Dokumentationsstätte ins Denkmalprogramm der Wüstenrotstiftung nicht um eine Bezuschussung des Vereinsprojekts, sondern um die Übernahme aller Planungen und Aufwendungen zur Reparatur und Sanierung des Anwesens, unter Berücksichtigung des Zustands von 1947, einschließlich Garten und Schuppen.

 

Geschäftsführer Philip Kurz stellte das Hettinger Projekt in den prominenten Reigen der Gebäude, die bereits Bestandteil des Denkmalprogramms sind. In ihrem Denkmalprogramm verfolge die Wüstenrot Stiftung die Revitalisierung bedeutender Denkmäler, deren spätere öffentliche Nutzung gewährleistet sein müsse. Folgende Revitalisierungen seien bereits abgeschlossen: Erich Mendelsohns Einsteinturm in Potsdam, Le Corbusiers Doppelhaus in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart, Sep Rufs Kanzlerbungalow in Bonn, Selman Selmanagics Aula und Foyer der Weißensee Kunsthochschule Berlin, die Fürstengruft in Weimar, das Bugenhagenhaus in Wittenberg, das Biblische Haus in Görlitz, Walter Gropius‘ Meisterhaus Muche/Schlemmer in Dessau, Hans Scharouns Haus Schminke in Löbau, der Wordspeicher in Quedlinburg, das Marientor in Naumburg, das Frommannsche Anwesen in Jena, das Jan Bouman Haus im Holländischen Viertel von Potsdam, das Schabbellhaus in Wismar, Künstlerhäuser in Dresden-Hellerau und das Stadtbad in Halle. - Laufende Projekte seien die Geschwister-Scholl-Schule von Hans Scharoun in Lünen und das Stipendiatenhaus der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. In Vorbereitung befinde sich neben der Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte auch Ludwig Leos Umlauftank in Berlin.

 

Bürgermeister Roland Burger stellte die große Bedeutung von Egon Eiermann für die Stadt Buchen heraus, der hier zusammen mit der charismatischen Priesterpersönlichkeit Heinrich Magnani Architektur- und Sozialgeschichte geschrieben habe. Er zitierte aus Archivunterlagen über die Bauzeit.

 

Träger der Dokumentationsstätte bleibt der gemeinnützige Verein
"Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte e.V.". Er wurde nach
Darstellung des Vorsitzenden, Manfred Pfaus, 2008 von einer Gruppe bau- und sozialgeschichtlich interessierter Leute aus dem Raum Buchen und aus der Egon-Eiermann-Gesellschaft (Karlsruhe) in Hettingen gegründet. Initiator war Manfred Pfaus.

 

Die Idee dahinter: Der Architekt Egon Eiermann plante in Kooperation mit Pfarrer Heinrich Magnani1946/1947 in Hettingen eine Siedlung zur Schaffung menschenwürdiger Wohnmöglichkeiten. Dies soll am Ort des Geschehens dokumentiert werden.

 

Jeder für sich war in seinem Umfeld zu hohem Ansehen und großem Bekanntheitsgrad gekommen. Aus dem Dorfpfarrer Heinrich Magnani wurde ein bundesweit anerkannter Geistlicher Rat. In zahlreichen Schriften, in Büchern und Filmen wurde seine Leistung gewürdigt. Aus dem Architekten Egon Eiermann wurde der Karlsruher Architekturprofessor mit weltweit anerkannten Bauwerken. –

 

Dies sind die Kernpunkte des in Hettingen geschaffenen Werks:

  • Die Integration von Heimatvertriebenen, die als Fremde
    zugewiesen wurden und eine neue Heimat brauchten.
  • Die Gründung der kirchlichen Baugenossenschaft „Neue
    Heimat“ durch Pfarrer Heinrich Magnani mittels unkonventioneller Methoden.
  • Die Planung einer städtebaulichen Siedlung und von 30
    Ein-Familien-Reihenhäusern durch Egon Eiermann in moderner Architektur und dennoch mit einfachen Mitteln.
  • Die Mobilisierung eines ganzen Dorfes zur
    Unterstützung des großartigen Vorhabens.

 

Dem tief in sozialer Verantwortung verwurzelten Pfarrer war es gelungen, den Angekommenen eine „neue Heimat" zu bereiten. Er gründete die „Notgemeinschaft Hettingen", eine auf die Situation maßgeschneiderte Genossenschaft, und fand in Egon Eiermann einen genialen Planer.

 

Heinrich Magnani

Heinrich Magnani wurde 1899 als Sohn einer italienischen Bauunternehmer- familie in Ettlingen geboren. Seine priesterliche Laufbahn hatte ihn zuletzt von Mannheim 1935 nach Hettingen geführt. Er starb 1979 und wurde am Ort seines zweiten großen Wirkens, im Kinder- und Jugenddorf Klinge, Seckach, beigesetzt.

 

Egon Eiermann

Egon Eiermann 1904 als Sohn eines aus Buchen stammenden Landtechnikers in Neuendorf bei Berlin geboren, war bis 1945 Architekt in Berlin. Er wirkte mit Unterstützung seines Großvaters 2 Jahre in Buchen und Mosbach. 1947 bis zu seinem frühen Tod 1970 war er Professor für Architektur an der TH Karlsruhe und schuf weltweit anerkannte Bauwerke wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin oder die deutsche Botschaft in Washington.“. Er ist in Buchen beerdigt.

 

Der Verein

Der Verein hat für die beschriebene Dokumentationsstätte mit privater Unterstützung das weitgehend im Originalzustand erhaltene Siedlungshaus in Adolf-Kolping-Straße 29 (Haus Huther/Fleck) erworben und nennt es  „Eiermann-Magnani-Haus“. Dort will er das glückhafte Zusammentreffen des Architekten Egon Eiermann und des Dorfpfarrers Heinrich Magnani mit wissenschaftlicher Akribie und mit staatlicher und privater Förderung  dokumentieren. Es werden die zahlreichen Abhandlungen über diese beiden historischen Persönlichkeiten zusammengeführt. Symposien werden das Schaffen begleiten, die im gegenüberliegenden Hettinger Lindensaal stattfinden können.

 

Dank

Der Vorsitzende dankte im Rahmen der Vertragsunterzeichnung allen Spendern und Sponsoren, die dazu beigetragen haben, dass das Siedlungshaus vom Verein erworben und der jetzige Projektstand
erreicht werden konnte.

Vertragsunterzeichnung am 22. März 2013 in Hettingen.

Auf dem Foto (sitzend von links): Stiftungsgeschäftsführer Philip Kurz, Stiftungsvorsitzender Prof. Dr. Wulf D. von Lucius, Vereinsvorsitzender Manfred Pfaus. (stehend von links): Vereinsvorstandsmitglied Wolfgang Voegele, Vors. der Egon-Eiermann-Gesellschaft, Karlsruhe, stellv. Vereinsvorsitzender Thomas Jurgovsky, Chef der Baugenossenschaft Familienheim BCH/TBB, Buchen, Bürgermeister Roland Burger, Buchen. - Foto: Karl Mackert 



 

Info Nr. 4

 

Bautafel steht.

Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung liegt vor.

Das restauratorische Konzept steht weitgehend.

Bauphysik ist wichtiger Planungsbestandteil.

Die Ausschreibung für einzelne Gewerke werden vorbereitet.

Förderung beantragt.

 

Die Bautafel steht.

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit Ende November erläutert eine Bautafel das Projekt und stellt dar, wer am Projekt beteiligt ist. Auch die Sponsoren und Förderer sind aufgeführt.

 

 

Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung liegt vor.

Diese Genehmigung musste nach den einschläggen Bestimmungen beim Landratsamt beantragt werden. Mit Rückhalt durch die obere Denkmalschutzbehörde ist die Genehmigung Mitte November eingegangen.

Dies bedeutet, dass die im Zuge der Umwandlung des Siedlungshauses (jetzt Eiermann-Magnani-Haus) vom Wohnhaus zur Dokumentationsstätte notwendig werdenden Arbeiten, die auch in die Baustruktur eingreifen können, durchgeführt werden dürfen.

 

 

Das restauratorische Konzept steht weitgehend.

Im Zuge der Besichtigungen und denkmalbezogenen und restauratorischen Analysen muss sich die Bauherrengemeinschft im Einvernehmen mit den Restauratoren und Denkmalfachleuten aus den Behörden entscheiden, in welchem bautechnischen Zustand die Dokumentationsstätte gestaltet werden soll.

 

Hierzu gibt es die beiden Extrempositionen:

a) Zustand, wie er bei der Übernahme des Gebäudes 2011 durch den Trägerverein angetroffen wurde.

b) Zustand, wie er beim Erstbezug 1947 von den Bewohnern angetroffen bzw. gestaltet wurde.

Jetzt hat man sich weitgehend der Position b) genähert.

 

Vorausgegangen sind eingehende Untersuchungen, etwa der Wände, der Fenster, der Böden und der Einbaumöbel. Zum Teil wurde bis zu fünfmal überstrichen. Ergebnis: Die Räume waren ursprunglich in einem beigen Farbton gehalten, die Fenster waren in weiß gestrichen, die Böden waren in Naturfraben konverviert, die vielen Einbaumöbel wurden  in beigetönen lackiert.

 

Jetzt können auf dem Boden der gewonnenen Erkenntnisse, die Ausschreibungstexte für die ausführenden Arbeiten geschrieben werden.

Restauratorin Silke Böttcher (links) erläutert den Wandaufbau im EG. Neben ihr: Geschäftsführer Philip Kurz, Wüstenrot Stiftung, Architektin Alexandra Wolfram, Projektsteuerer Thomas Knappheide, Restaurator Böttcher, Prof. Berthold Burkhardt, Dr. Dörthe Jakobs.

 

 

Bauphysik ist wichtiger Planungsbestandteil.

Zu den untersuchenden und planenden Fachleuten gehören auch Bauphysiker. Sie stellen die Wechselwirkungen zwischen den Baumaterialien und dem physikalischen Zustand des Gebäudes dar. Hierzu gehört das Wärme-/Kälteverhalten der Materialien, die Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen und letztlich die abschätzbare Dauerhaftigkeit der Materialien bzw. ihre Reparatutnotwendigkeit.

 

Der Bauphysiker Erik Fischer (Büro Kurz & Fischer, Beratende Ingenieure für Bauphysik, Winnenden) hat eine hohe Luftfeuchtigkeit festgestellt. Die Baubiologin und Restauratorin Dr. Stefanie Scheerer, Stuttgart, hatte bereits intensiven Schimmelbefall konstatiert. Wesentliche Ursachen:

  • runf 10jähriges Leerstehen und
  • unsachgemäß angebrachte Styropur-Dämmplatten

 

In der Konsequenz muss bereits während der Bauphase, insbesondere später bei der Nutzung für eine anhaltende Temperierung gesorgt werden. Insoweit wurde das vorgefundene Heizsystem auf weitere Einsatzmöglichkeit geprüft werden. Ergebnis: der zentrale Warmluftofen in völlig korrodiert. Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit, entweder

  • elektrisch zu temperieren (einfach aufzustellen, aber sehr teuer) oder
  • im UG eine Öl- oder Hackschnitzel-Terme einzurichten mit Heizwasserkonvektion im EG.

Der Bauphysiker wird Ausschreibungsunterlagen erstellen.

und Luftqualität einerseits und die Folgen für die Materialien

 

Die Ausschreibung für einzelne Gewerke werden vorbereitet.

Die Architektin Alexandra Wolfram wird nun sikzessive die Ausschreibungen für die ausführenden Gewerke vorbereiten. Das wird nicht einfach, weill sich viele Arbeiten nicht völlig präzise beschreiben lassen. Deshalb wurde bei den Beratern und bei örtlichen bzw. regional wirkenden Handwerkern Rat eingeholt.

 

Für die Bauherrengemeinschaft gilt das Selbstverständnis, dass nach Möglichkeit mindestens bei 3 potenziellen Anbietern angefragt werden muss, ob und zu welchen Konditionen die ausgeschriebenen Arbeiten ausgeführt werden können. Dabei gilt für die Vergabe, dass nicht nach dem billigsten sondern nach dem besten Angebot entschieden wird.

 

Förderung beantragt.

Der Trägerverein hat für die prognostizierten hohen Investitionen (Größemordnung 200.000 EUR) Förderantrag nach dem baden-württembergischen Denkmalschutzprogramm beim Regierungspräsidium Karlsruhe gestellt. Dem Vernehmen nach, stehen die Aussichten für 2014 nicht schlecht.

 



Info Nr. 5

„Ein kleiner Verein leistet Großes“

 

Mitgliederversammlung am 24. November 2015, 18 Uhr, Gasthaus Wanderlust, Hettingen

Der gemeinnützige Verein Eiermann-Magnani-Dokumentationsstätte e.V. (EMD-Verein) zog in seiner Mitgliederversammlung in Hettingen die Arbeitsbilanz 2015. Eine Interessante Tagesordnung wartete auf die Versammlung. Der Vorsitzende des Vereins, Manfred Pfaus, konnte zahlreiche Mitglieder und Gäste begrüßen.

 

Vor-Ort-Besuch am EMHaus

Bereits vor der Versammlung, um 17 Uhr, waren Mitglieder und Gäste eingeladen, den fast abgeschlossenen Sanierungsstand des Eiermann-Magnani-Hauses (EM-Haus) zu besichtigen. Die Experten erläuterten die vollzogenen Arbeiten. Von besonderem Interesse waren Erlebnisschilderungen früherer Bewohner und Nachbarn. Es kam die Anregung auf, viele noch lebende Zeitzeugen zusammenzurufen um authentische Berichte aus den 40er und 50er Jahren auszutauschen und zu notieren. (Karl Mackert hat Fotos gemacht.)

 

Dank und Lob

„Ein kleiner Verein leistet Großes“, dieses Resümee zog der Geschäftsführer der WÜSTENROT STIFTUNG, Philipp Kurz, in seinem Statement, das er als Gast der Mitgliederversammlung für die Stiftung vorgetragen hat. Dabei galt sein besonderer Dank Manfred Pfaus, dem Initiator des Ganzen. Er betonte, dass das ganze Dorf – wie früher – sich hinter das Projekt stellen müsse. - Die WÜSTENROT STIFTUNG ist Partner des Vereins und fördert die Reparatur und Sanierung des Eiermann-Magnani-Hauses (EMHaus) mit großem Engagement.

Dem hier ausgesprochen Lob schloss sich Bürgermeister Roland Burger an und stellte das Projekt in die Reihe der großen kulturellen Stätten in der Stadt und im ganzen Land.

Der Vorsitzende dankte seinerseits für die Zusammenarbeit und betonte, dass ohne die WÜSTENROT STIFTUNG das Projekt nicht professionell und nicht in der Zeitschiene zu bewältigen wäre.

 

Regularien und Berichte

Nach den Regularien und Berichten, in denen auch Mitgliederzuwachs  verzeichnet ist, berichtete der Vorsitzende über die Schwerpunkte der Arbeit im Berichtsjahr, die er bis ins Detail darlegte. Er nannte die Vorgaben vieler Behörden, insbesondere des Landesdenkmalamts, und die Schwierigkeiten, die damit verbunden sein können. Von besonderer Bedeutung sei, dass das Haus der Geschichte (HDG) das Projekt als mustergültig bezeichnet und die Konzeption der Dokumentation ohne Kostenrechnung übernimmt.

Pfaus fasste Ziel und Motivation der Vereinsgründung zusammen: „Mit dieser Dokumentationsstätte werden die Baugenialität des Ideengebers und Organisators, Pfarrer Heinrich Magnani, und des ebenso genialen Architekten Egon Eiermann, unter Einbindung der damaligen Dorfgemeinschaft, eine Siedlung der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.“ Es werde Zeugnis gegeben, wie man nach dem II. Weltkrieg in der Provinz und auf kleinsten Raum durch selbstlosen Einsatz einer ganzen Gemeinde und in christlicher Verantwortung der Wohnungsnot begegnete. Damit bekomme das Projekt eine hohe Aktualität.

 

Die Vor-Ort-Architektin, Alexandra Wolfram, sowie Projektleiter Thomas Knappheide unterrichteten über den Stand der bis dato abgeschlossenen baulichen Arbeiten und über die anstehende Gestaltung der Garten– und Außenanlage sowie die wärmetechnische Versorgung des Hauses.

 

Wolfgang Vögele, Beisitzer und gleichzeitig Vorsitzender der Egon-Eiermann-Gesellschaft erläuterte die museale Konzeption der im kommenden Jahr zu realisierenden Dokumentationsstätte und über die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem HDG bei der Erarbeitung der Konzeption. - Für die Finanzierung dieses zweiten Teils des Projekts, das auf ca. 60.000 Euro veranschlagt ist, müsse der Verein aufkommen.

 

Die damit verbunden Finanzperspektive stand auch im Mittelunkt des Kassenberichts von Schatzmeister Roland Linsler, sowie des Berichts des Kassenprüfers Reinhold Erg, der mit Adolf Mackert die Kasse geprüft hatte. Dieser Finanzbericht führte zur die einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft.

 

Künftiger Vorstand/Nachwahl

Vorsitzender Manfred Pfaus dankte den Berichterstattern und schlug vor, die Zahl der Vorstandsmitglieder von jetzt 5 auf 7 zu erhöhen und jedem Vorstandsmitglied einen bestimmten Arbeitsbereich zu übertragen. Er plädierte für Neuwahl, insbesondere weil nach der Vereinssatzung die Position des stellv. Vorsitzenden nachzuwählen ist. Thomas Jurgovsky war aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Die Versammlung dankte ihm für seine Arbeit.

Die Versammlung wurde sich einig, dass eine notwendige Satzungsänderung ohne formellen Tagesordnungspunkt nicht machbar sei.

Insoweit einigt sich die Versammlung einvernehmlich darauf, dass die als Tischvorlage verteilte Vorschlagsliste so gehandhabt wird, dass die Nachwahl des stellv. Vors. jetzt nicht stattfindet, und die vorgeschlagenen Personen, soweit sie nicht bereits Vorstandsmitglieder sind, als sachverständige Personen im Sinne der Satzung den Vorstand unterstützen. Die Vorstandsmitglieder sind mit der Wahrnehmung der ihnen zugedachten Funktionen einverstanden.

Die Versammlung sprach in besonderer Weise dem Vorsitzenden das Vertrauen aus, auch wenn dieser inzwischen mit Hauptwohnsitz in Überlingen lebt.

 

Dank und Schluss

Mit dem Dank an alle, die sich für das herausfordernde Projekt einbringen, wies der Vorsitzende auf die Notwendigkeit hin, Spender und Sponsoren zu gewinnen, und schloss.

 

_______________________________________________________

 

 

Info Nr. 6

Mitgliederversammlung am 28. September 2016:

Großer Dank an die Wüstenrot Stiftung

Im Zuge dieser Mitgliederversammlung erstattete Vors. Manfred Pfaus turnusmäßig den Jahresbericht. Am Ende stattete er einen ganz besonderen Dank an die Wüstenrot Stiftung ab. Sie war vertreten durch ihren Geschäftsführer, Prof. Dipl.-Ing. Architekt Philip Kurz.

Pfaus: "Die Wüstenrot Stiftung ist nicht nur ein großer Förderer unseres Projekts. Die Tatsache, dass die Stiftung als maßgeblicher Baupartner erst die umfangreiche, denkmalpflegerisch extrem diffizile Reparatur und Sanierung des EMHauses möglich gemacht hat, verdient unseren herzlichen Dank und die Anerkennung unseres Vereins."

Als Symbol für diesen Dank überreichte Manfred Pfaus dem Freund und Geschäftsführer Philip Kurz das Überbleibsel eines historischen Dachziegels des EMHauses, gefasst in einem aufwendigen Rahmen. (Hersteller:Rahmenwerkstatt Manovic, Buchen.)

_______________________________________________________

Unser Bild (Foto: Karl Mackert) zeigt die Herren Pfaus (l) und Kurz mit dem Ziegel.